Ich will nicht abstreiten, dass es vielleicht auch Kaninchen mit Soziophobie geben könnte, die sich in kaninchengesellschaft unwohl fühlen, immerhin gibt es auch Menschen, die aussteigen und den Rest ihres Lebens gemeinsam mit ihren Katzen und Schafen auf einer einsamen Insel verbringen, aber im Gegensatz zu Haustieren, haben wir Menschen die Möglichkeit, uns frei für eine Lebensform zu entscheiden.
In der Natur leben Kaninchen in Gruppen sehr eng zusammen. Die sozialen Kontakte untereinander sind sehr eng, sie verfügen über eine klare Körpersprache und ein ausdrucksstarkes Ohrenspiel. Alleine wären sie in der Wildnis vollkommen verloren, Sicherheit wird über die Gruppe erreicht.
Auch das pure Überleben und alt werden bedeutet nicht, dass sie wirklich glücklich sind und eine normale seelisch gesunde Entwicklung durchmachen können.
Frau Kampusch hatte auch überlebt, war sauber, gesund und gepflegt, als sie aus ihrem Keller kam, in dem sie übrigens Beschäftigungsmöglichkeiten, Kleidung, Fernseher...etc. zur Verfügung hatte. Trotzdem lässt sich das unfreiwillige Einzelgängertum bei einem Wesen, das die Gesellschaft von Artgenossen braucht, nicht so einfach abtun.
Ein Mensch kann ein Kaninchen wunderbar verorgen, aber er kann niemals bester Kumpel, Öhrchenlecker, Hüpfkamerad, Sexualpartner, Familienmitglied oder wichtiger Gesprächspartner für ein Kaninchen sein.
Es ist auch für uns schön, mit anderen Tierarten zusammenzuleben und wir freuen uns sicherlich immer, wenn unser Hund unsere Nähe sucht. Aber wir würden auch nicht einfach so auf die Idee kommen, nur noch mit dem Hund zusammenzusein und jegliche soziale Kontakte zu anderen Menschen abzubrechen.
Wir müssen unsere Kaninchen schon vieler Bedürfnisse berauben (Höhlen und eigenen Bau graben, 1-2km Revier, freie Nahrungsmittelwahl, Familiengründung...all das sind Dinge, die wir stark eingrenzen oder unterbinden müssen), wenigstens einen Partner sollten wir ihnen lassen.