Da man momentan auf vielen Seite vermehrt von Kaninchen mit "Bauchgeschichten" hört,
dachte ich ich mache mal ein Thema auf, wie man sich im Falle des Falles am besten verhält,
welche Maßnahmen einzuleiten sind.
Symptome (auch nur ein einzelnes kann auftreten!):
- Das Kaninchen frisst nicht oder sehr wenig
- es setzt keine oder nur sehr kleine Köttel ab
- der Bauch ist hart oder aufgebläht
- das Kaninchen sitzt in "Schonhaltung", knirscht eventuell sogar mit den Zähnen
- es versucht Kot ab zu setzen, es kommt aber nichts
Grundsätzlich:Wenn ein Kaninchen nicht frisst ist dies immer ein Zustand der
SOFORT behandlungswürdig ist.
Ebenso wenn es über längere Zeit, ca. 12h, keinen Kot absetzt.
Zeigt ein Tier eines oder gar mehrere der oben genannten Symptome ist schnelles Handeln angesagt.
Bitte
NICHT groß
selbst rumdoktern und vor allem:
auf keinen Fall selbstständig päppeln
oder das Tier mit Brei zwangsfüttern! Im Falle einer Verstopfung kann dies tödlich enden!Bitte sucht umgehend einen Tierarzt auf.Sofortmaßnahmen die trotzdem ergriffen werden können:
- Ist der Bauch aufgebläht/ hart oder er gluckert: Eingabe von SAB Simplex
- Bei Vermutung einer Verstopfung (Tier setzt keinen Kot ab):
Eingabe von Paraffinöl (wichtig! keine Pflanzenöle, diese bringen nichts)
Und dann:
ab zum TA!Wichtige Untersuchungen:
- Abtasten des Bauches
- bei unklarer Diagnose durch Abtasten unbedingt Röntgen!
(falls seine Aufgasung/Verstopfung vorhanden ist, wo genau sie sitzt und wie prall der Magen gefüllt ist) - Temperatur messen (Ausschluss vom Infekt, bzw haben viele Tiere mit obigen Symptomen Untertemperatur)
Will der TA zwangsernähren bevor die Ursache klar (sprich eine Verstopfung ausgeschlossen) ist,
bitte holt eine zweite Meinung ein, das kann über Leben und Tod entscheiden.
Ist das Tier stark ausgetrocknet wird der TA (vor allem Sommer) sicher erst mal eine Infusion geben um den Kreislauf zu stabilisieren.
Weitere Behandlung erfolgt dann nach Diagnose. Was und ob ihr dann etwas zusätzlich unternehmen sollt (Eingabe SAB, Paraffin o.ä.)
kommt immer auf die Empfehlung und Behandelung des Arztes und die Diagnose an.
Wichtig:Habt ihr vor dem TA-Besuch Sofortmaßnahmen ergriffen dann teilt diese dem TA mit.
Vorbeugung: Die beste Vorbeugung vor "Magengeschichten" ist grundsätzlich eine gesunde, kaninchengerechte und ausgewogene Ernährung.
Futter welches im Kühlschrank geagert wird muss erst Zimmertemperatur bekommen. Schnelle Futterumstellungen sind zu vermeiden.
Ebenso gepresstes Trockenfutter, bzw eine zu flüssigkeitsarme Fütterung, welches diese Sachen begünstigt.
Zur Vorbeugung von Verstopfungen durch Haarballen:Während des Fellwechsels die Tiere regelmäßig ausbürsten oder mit der Hand lose Büschel abzupfen.
Sonnenblumenkerne (2-3 Stk Ohne Schale) oder auch Paraffinöl (3-5 Tropfen täglich) können zur Vorbeugung gegeben werden.
Aber bitte nur im Fellwechsel, nicht über zu lange Zeit.
Regelmäßige Futtergaben verhindert bei Tieren die zum schlingen neigen, dass unnötig Luft geschluckt wird.
Frischfutter reicht mehrere Stunden oder wird am besten mehrmals am Tag verteilt gegeben.
Um Sicher zu gehen, dass keine Kokzidien oder Hefen das Problem verursachen
sollte auch (sofern möglich) direkt eine Kotprobe beim TA mit abgegeben werden.
Ich hoffe diese kurze (und vereinfachte!) Zusammenfassung kann euch etwas helfen,
bei Fragen oder Anmerkungen einfach unten dazu schreiben
