Autor Thema: richtiger Zeitpunkt zum Einschläfern....  (Gelesen 860 mal)

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Offline Sila

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richtiger Zeitpunkt zum Einschläfern....
« am: Dezember 18, 2015, 13:46:34 »
Hallo,

ich war lange nicht mehr online, früher war ich mal recht aktiv hier. Ich hatte zwischendurch mal gesehen, dass auch sonst nicht mehr viel geschrieben wird.
Da ich aber sonst in keinem Kaninchenforum angemeldet bin, dachte ich, ich frage euch in dieser traurigen Angelegenheit trotzdem um Rat...

Mein Kastrat ist mittlerweile schon 12 Jahre alt, durch E.C. schon vor fast 4 Jahren erblindet, bei einem der Augen ist der Augeninnendruck erhöht, da mir die OP zu riskant war (seine frühere Partnerin ist direkt nach der OP gestorben) und ich ihn von seiner jetzigen Partnerin nicht trennen kann, weil sie dann aggressiv ihm gegenüber wird, wird er in Rücksprache mit dem Tierarzt seit Jahren mit Metacam und Trusopt-Augentropfen behandelt. Damit kam er gut zurecht, hat nicht auf Druck am Auge reagiert und war munter wie immer.

Nun hatten wir im Oktober großes Pech, dass er trotz Myxomatoseimpfung vermutlich die knotige Form der Myxomatose bekommen hatte. Er hatte nur die entsprechenden Hautveränderungen, ich hatte zwei Meinungen eingeholt, beide Male war der Verdacht Myxomatose, weil sonst einfach nichts passt. Er bekam Antibiotika, Zylexis und zusätzlich zum Metacam noch Novalgin.
Er hat das auch gut überstanden, seitdem hat er allerdings immer mehr Gewichtsverlust. Im September ist er mit 2060 Gramm gestartet, Mitte November waren wir bei 1700 Gramm.
Außerdem hat sich das Glaukom verschlechtert, das Auge tritt jetzt etwas mehr hervor. Ich hatte schon einen Termin zum Einschläfern, habe ihn dann aber wieder mitgenommen, weil der Tierarzt meinte, der Futterzustand sei nicht  schlecht, und das Auge scheinbar nicht druckempfindlich. Er hatte sein Gewicht an den Tagen davor auch wieder ganz leicht gesteigert und einen besseren Eindruck gemacht.

Das Novalgin bekommt er nun durchgängig, da ja der Verdacht naheliegt, dass er nicht mehr sehr lange leben wird, und mir das mit dem Auge zu heikel ist, vorher gab es immer mal Phasen, in denen ich das Metacam zweimal gegeben habe, weil es nicht mehr gereicht hat. Insgesamt schien es ihm mit Novalgin ganz gut zu gehen.

Er frisst immer noch, hoppelt noch umher, putzt sich und seine Partnerin. Anfang der Woche hatte er einen Tag, da wollte er morgens und mittags nicht fressen und hat sich vermehrt zurückgezogen. Da dachte ich noch, jetzt wäre der richtige Zeitpunkt gekommen. Nun hat er sich aber wieder aufgerappelt, sitzt demonstrativ bei den Mahlzeiten dabei (wobei eigentlich immer Futter da ist, seit er so abnimmt) und frisst, eher langsam und von der Menge her nicht richtig viel, aber doch gern. Sie sitzen wieder mehr zusammen, er hoppelt wackelig, aber noch stabil (nach der Medikamentengabe springt er über einen Stein in die hohe Kloschale, da kann ich immer gut beobachten, ob das noch o.k. ist.) Er kann sich noch auf die Hinterbeine setzen und das Gesicht putzen.

Auch seinen After putzt er noch, das ist bei ihm immer ein schlechtes Zeichen, wenn er sich dort nicht sauberhält, bevor wir das Metacam dauerhaft gegeben haben, war das ein Problem.

Die Zähne werden regelmässig kontrolliert, sie sind in Ordnung, ich denke, dass die Nieren so langsam nicht mehr richtig arbeiten.

Er ist halt vom Kopf her sehr stark, er nutzt auch bei der Medikamentengabe die Gelegenheit um wegzuhoppeln, wenn ich ihn gerade nicht festhalte, und zeigt auch deutlich, dass Metacam viel besser schmeckt als Novaminsulfon, das Metacam nimmt er freiwillig. Eigentlich macht er alles aber gut mit.

Nun ist er mittlerweile schon bei 1500 Gramm und er ist jetzt schon sehr knochig.

Ich wollte eigentlich warten mit dem Einschläfern, bis er das Fressen ganz einstellt und deutlich zeigt, dass er nicht mehr mag, aber mittlerweile habe ich die Befürchtung, dass er das nicht so schnell machen wird.

"Unser" Tierarzt ist noch bis Mittwoch da, ich überlege seit gestern, ob ich ihn vielleicht doch bis dahin einschläfern lassen soll, ich habe doch etwas Sorge, dass er quasi trotzdem verhungert, obwohl er frisst, weil ich es dann doch übersehe, wenn er viel zu dünn wird.

Mir ist diese Entscheidung bisher bei keinem Tier so schwergefallen, es war bisher immer eindeutig, wenn die Tiere nicht mehr wollten.

Vielleicht hat ja jemand hier einen Ratschlag für mich, dafür ware ich sehr dankbar.
Wie ist eure Einschätzung, sind 25 % Gewichtsverlust dramatisch? Mir ist natürlich klar, dass es keine Genesung mehr gibt, aber ich möchte nicht an den Feiertagen beim Nottierarzt stehen und der ist dann ganz entsetzt, weil das Tier nur noch Haut und Knochen ist.... Er hat ein sehr plüschiges und dichtes Unterfell, so dass sich besonders die Rippen schwer tasten lassen, das macht es mir auch nicht so leicht.






Offline Steffi_D

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Re: richtiger Zeitpunkt zum Einschläfern....
« Antwort #1 am: Dezember 18, 2015, 19:19:05 »
oh weh, das hört sich ja wirklich verzwickt an :(

ich würde dir gerne helfen,dir die entscheidung abnehmen...
aber du kennst dein kaninchen am besten.

für mich hört es sich so an, als würde es wirklich bald zu ende gehen. sein zustand kann sich auch ganz schnell verschlechtern. aber gerade, wenn das kaninchen noch lebensmut hat, macht es die entscheidung umso schwerer.
hast du mal mit deinem Tierarzt drüber gesprochen? was hält er davon?

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Re: richtiger Zeitpunkt zum Einschläfern....
« Antwort #1 am: Dezember 18, 2015, 19:19:05 »

Offline Sila

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Re: richtiger Zeitpunkt zum Einschläfern....
« Antwort #2 am: Dezember 20, 2015, 10:16:36 »
Danke für deine Antwort.

Mein Tierarzt traut mir zu, dass ich die richtige Entscheidung treffe, und ihn nicht zu lange leiden lasse, weil ich mich nicht trennen kann...
Er hat mich zwischendurch mal angerufen und nachgefragt, da hatte er allerdings noch 1600 Gramm...

Du hast schon recht, ich werde die Entscheidung treffen müssen. Seit meinem Posting hat es sich auch nochmal verschlechtert, er war zwischendurch wieder mit Kot verschmutzt, er frisst dann seinen Blinddarmkot nicht mehr und das Auge mit dem Glaukom verändert sich auch.
Mit Schmerzmittel frisst er noch, aber ich denke, er braucht das Novalgin alle 6 Stunden, alle 8 Stunden reichen nicht mehr. Aktuell kann ich das gewährleisten, aber nicht auf längere Zeit. Von daher denke ich, dass ich ihn noch vor Weihnachten einschläfern lassen muß, es gibt ja keine Aussicht auf Besserung, und er soll keine schlimmen Schmerzen aushalten müssen.

Es ist schon hart, die beiden kuscheln mittlerweile wieder sehr viel und putzen sich gegenseitig....

Offline Steffi_D

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Re: richtiger Zeitpunkt zum Einschläfern....
« Antwort #3 am: Dezember 21, 2015, 20:38:35 »
es ist immer hart... egal wie und warum ein kaninchen stirbt.

meine wilma ist dieses jahr im oktober ganz plötzlich verstorben, sie lag einfach tot im gehege, obwohl sie erst 2 jahre alt und eigentlich auch gesund war.
ich vermisse sie immer noch schrecklich...
sie war ein ganz besonderes kaninchen, das ich aus schlechter haltung befreit hatte... ich hatte immer das gefühl,dass sie dankbar war. wirklich ne ganz tolle maus.
ich weiß also genau wie es is,wenn eins unserer lieben gehen muss.

eins meiner ersten kaninchen lag tot im gehege als ich ihnen an heilig abend ein paar leckereien bringen wollte... da war weihnachten für mich natürlich auch gelaufen.

ich wünsche dir ganz viel kraft!
fühl dich fest gedrückt von mir.
es is einfach so unglaublich hart...

Offline Anne

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Re: richtiger Zeitpunkt zum Einschläfern....
« Antwort #4 am: Januar 01, 2016, 16:44:55 »
Wurde mal Blut und der Kot untersucht? Die Gewichtsabnahme kann auch auf Grund von mitfressenden Parasiten kommen. Im Falle einer Leberkokzidiose würde man diese nicht über den Kot nachweisen können, da wären die Leberwerte aussagekräftig, gleichzeitig könnte man sich die Nierenwerte angucken, wenn da bedenken bestehen, dass diese nicht mehr richtig arbeiten
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