Autor Thema: Erste Hilfe bei "Sommerkrankheiten".  (Gelesen 3917 mal)

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Offline mist.ii

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Erste Hilfe bei "Sommerkrankheiten".
« am: Juni 27, 2011, 21:42:16 »
Hallo meine lieben WNler!! :wink3:

Da sich die Witterung ja nun dauerhaft verändern soll und wir uns auf viele, warme und sonnige
Tage einstellen dürfen, habe ich zusammen mit Muckel beschlossen mal auf die weniger schönen
Seiten des Sommers hinzuweisen. Da unsere liebsten Tiere leider recht anfällig für Hitze sind
und auf starke Sonneneinstrahlung empfindlich reagieren, kommt es in dieser heißen Zeit ja auch
des Öfteren Mal zu unschönen Zwischenfällen.
Ich dachte ich fasse mal kurz Symptome und Erste-Hilfe-Maßnahmen der Gefahren im Sommer
zusammen,  um so vielleicht dem ein oder anderen erschrockenen Tierhalter Hilfestellung leisten zu können.
Vorausschicken möchte ich allerdings noch, dass all die unten genannten Maßnahmen keinen
Tierarztbesuch ersetzen und dieser in jedem Falle aufgesucht werden sollte!


Beginnen wir mit dem


 
Sonnenstich:

Ursache: Wärmestauung im Gehirn – Das Hirn schwillt, bei direkter Sonneneinstrahlung auf längere Zeit, an.

Symptome/klinisches Bild: schnelles, flaches Atmen, Krämpfe, [Erbrechen], Würgereiz, Muskelzittern,
gesteigerte Körpertemperatur

Besonderheit: Kommt es zu einem Krampfgeschehen, das Tier „krampfen lassen“, auf ebene Fläche legen
und nicht versuchen, das Tier durch eigene Muskelkraft zum Entspannen zu bringen.

Erste-Hilfe-Maßnahmen:
*Tier an gut belüfteten, kühlen Ort bringen, Zugluft vermeiden
* Tier mit wenig Wasser benetzen, an den Beinen anfangen, dann Bauch, Brust und zuletzt den Kopf,
damit die Verdunstungskälte die Körpertemperatur sinken lässt oder:
* Tier in nasskalte Tücher einschlagen
* Wasser anbieten
* SOFORT zum Tierarzt – bewusstlose Tiere in Seitenlage transportieren



Hitzschlag:

Ursache: Wärmestauung im Körper – Ist das Tier durch langen Aufenthalt in der prallen Sonne
dehydriert und kann sich nicht mehr durch „Schwitzen“ abkühlen sammelt sich Stauwärme im Körper an.

Symptome/klinisches Bild: Atmung flach und hektisch, blasse Schleimhäute, Hecheln bei geöffnetem
Maul, schlaffes am Boden liegen, flacher, schneller Herzschlag, Muskelzittern [bedingt durch hohe Abgabe
von Calcium durch das Schwitzen!]

Besonderheit: Da das Blut vermehrt in die äußeren Organe gepumpt wird um eine höhere
Verdunstung zu gewährleisten, kann es vereinzelt zu einem Schockgeschehen kommen, Symptome
u.a. Hecheln, vermehrtes Speicheln, herausgetretene Augen, Würgereiz]

Erste-Hilfe-Maßnahmen:
*Tier in Schatten oder kühlen Raum bringen, Zugluft vermeiden
* Handtuch kühl bis handwarm anfeuchten, Tier kurz darin einhüllen
* Tier mit wenig Wasser benetzen, s.o.
* Wasser anbieten
* SOFORT zum TierarztHitzschlag ist ein Notfall! - bewusstlose Tiere in Seitenlage transportieren!



Insektenstiche:

Ursache: Der Stich eines Insektes ;)

Symptome/klinisches Bild: Schwellungen im Stichbereich, aber auch der Schleimhäute,
Atembeschwerden, Apathie, [Erbrechen], Juckreiz durch allergische Reaktion bedingt

Erste-Hilfe-Maßnahmen:

*Stachel suchen und versuchen rauszuziehen
*aussaugen
*kühlen
*Calcium geben [KEINE Milch!]
*SOFORT Tierarzt aufsuchen – auch Insektenstiche können zum Notfall werden

Ich hoffe, dass ich damit einigen helfen kann und bitte euch, Fehlendes zu ergänzen!

Liebe Grüße, eure mist.ii :katze:



Quelle: Berufsschule für Tiermedizinische Fachangestellte in München.


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Offline Steffi_D

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Re: Erste Hilfe bei "Sommerkrankheiten".
« Antwort #1 am: Juni 27, 2011, 22:05:20 »
des is echt ne sehr gute idee, des mal aufzulisten... ich wünsch es aber keinen, dass sowas auch wirklich mal passiert...

gibts den irgendwelche vorbeugenden maßnahmen auser gegügend schatten?
ich versuch nasse handtücher irgendwie aufzuhängen oder wo drüber zu legen... nur weiß ich net, ob des auch wirklich was bringt und auch sinnvoll is  :weissnich:

und zum thema insektenstich: gibt es was spezielles, des besonders viel calzium beinhaltet?

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Re: Erste Hilfe bei "Sommerkrankheiten".
« Antwort #1 am: Juni 27, 2011, 22:05:20 »

Offline mist.ii

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Re: Erste Hilfe bei "Sommerkrankheiten".
« Antwort #2 am: Juni 27, 2011, 22:14:04 »
Hallo Steffi!

Ich denke mehr als ausreichend Schatten kann man kaum machen - das mit den nassen Handtüchern
finde ich schon keine schlechte Idee, sie zB. auf Häuschen udn Unterschlüpfe zu legen, es entsteht
Verdunstungskälte und das Innere kühlt sich ab - warum nicht?! :yeah:

und zum thema insektenstich: gibt es was spezielles, des besonders viel calzium beinhaltet?

Viel Calcium enthalten: SBKs, Brennesseln, Grünkohl, Petersilie, Brunnenkresse, Löwenzahn,
Chinakohl, Fenchel, etc.  - aber was man akut geben kann bringe ich für dich in Erfahrung, bis Donnerstag
Nachmittag weiß ich eine Antwort!! :jo:

Liebe Grüße, mist.ii :katze:


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Offline Zinra

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Re: Erste Hilfe bei "Sommerkrankheiten".
« Antwort #3 am: Juli 14, 2011, 12:08:28 »
Der Sommer ist da und mit ihm die Hitze und auch die Fliegen.

Was ist im Sommer zu beachten?
Damit es euren Tieren in der Außenhaltung nicht zu warm wird, solltet ihr auf eine ausreichende Luftzufuhr achten.
Setzt sie bitte auch immer in den Schatten, ist ja klar.
Hilfreich sind auch kalte Steinplatten und/oder kühle Wasserflaschen im Käfig/Gehege.
Man kann den Kleinen zusätzlich auch feuchte Tücher am Gehege aufhängen, denn die Verdunstungskälte kühlt.

Dass sie selbstverständlich immer frisches Wasser da haben müssen ist klar.

Aber wenn de Kleinen in der Wohnung leben, kann man auch etwas tun, bspw. die Rollos runterlassen, dass das Zimmer sich nicht so aufwärmt.
Auch wenn es kühlt, bitte keinen Durchzug machen, das richtet mehr Schaden an, als es hilft.
Auch sollte man nicht das Fell der Tiere befeuchten, dass kann zur Erkältung führen.
Hier sind die selben Mittel wie oben erlaubt, Steinplatten, Wasserflaschen und Tücher.


Da Ninchen ihre Körperwärme über die Ohren regulieren, sollte man ihnen auch nicht
plötzlich die Ohren abkühlen, das kann einen schweren Kreislaufkollaps zufügen.

Die Fliegen
Hier sind insbesondere Kaninchen und Meeries betroffen, die draußen leben.
Untersucht bitte täglich die Kleinen, ob sie Verletzungen haben, in denen sich
Fliegenmaden einnisten können. Ebenso gefährlich ist Durchfall, reinigt die Tiere
und den Stall gut und nehmt sie gegebenenfalls mit ins Haus.

Die Myiasis ist sehr gefährlich und endet nicht selten mit dem Tod des befallenen Tieres!
Besonders gefährdet sind kranke, alte oder übergewichtige Tiere die
sich nicht von allein putzen können.

Wenn das Tier sich häufig kratzt ist dies ein Indiz, da die empfindlichen Nervenbahnen
unter der Haut durch die Maden gereizt werden.
Auch kann Apathie und Desinteresse ein Anzeichen für eine Krankheit oder Madenbefall sein.

Mehr Infos: klick
mit fröhlichen Grüßen,
 Zinra
:ui:

Durchgedreht oder "positiv verrückt".


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