Der erste Weg wenn man sich ein Kleintier anschaffen will führt leider immer wieder in eine Zoohandlung oder zum Züchter.
Dass in Tierheimen (TH), Pflegestellen (PS) und Tierschutzvereinen viele Notfälle auf ein liebevolles Zuhause warten wird oft vergessen... leider.
Wir von den Wackelnasen empfehlen deswegen THs oder PS.
Wichtige Gründe hierfür sind:
Kosten
In einer Zoohandlung oder bei einen Züchter kosten die jungen Kaninchen ca. 25€ und die jungen Meeries ca. 15€.
Dazu kommt beim Kaninchen noch die notwendigen Impfungen von ca. 20€ und beim Rammler (der eigentlich kastriert sein sollte) ca. 35-50€ für die Kastration.
Beim TH oder einer PS zahlt man eine Schutzgebühr von 20€ - 30€ für ein bereits geimpftes und gegebenenfalls kastriertes Tier.
Kosten in der Zoohandlung und beim Züchter: ca. 80 € plus Käfig.
Kosten TH oder PS ca. 30€ plus Käfig plus freiwillige Spende.
Information
In einer Zoohandlung wird leider nicht ausreichend über die artgerechte Haltung informiert.
Meistens wird gesagt das man Meerie und Kaninchen zusammen halten kann und sollte oder auch, dass man dadurch bei Männchen die Kastration spart.
Rammler sollten jedoch nie unkastriert gehalten werden, da sie stark unter ihrem Sexualtrieb leiden, der ihnen nicht ohne Grund den Namen Rammler einbrachte.
Selbstverständlich kann man auch Meeries und Kaninchen zusammen in einem Gehege (kein handelsüblicher Käfig) halten, aber nur mit mindestens einem jeweiligen Artgenossen. Eine wirkliche innige Liebe kann unter zwei verschiedenen Tierarten nicht entstehen, das sollte man von vornherein nicht erwarten.
TH und PS vermitteln meist nur in artgerechte Haltung, d.h. nicht in Einzelhaltung und nicht zu Leuten, die vorhaben ein Kaninchen mit einen Meerie zusammen zu halten, sondern mit einem artgleichen Partner.
Außerdem informieren diese beiden Stellen auch über die Haltung, mit viel Platz und Auslauf und auch was die kleinen Lieblinge gerne fressen und sonst so brauchen.
Gesundheit
Ein junges Tier aus der Zoohandlung kann zu schweren Zahnfehlstellungen neigen, welche regelmäßige Tierarztbesuche zur Folge haben.
Das passiert deshalb, weil Zoohandlungen meist Tiere aus so genannten unkontrollierten Vermehrungen übernehmen und diese dann weiterverkaufen.
Aber auch andere Krankheiten können ebenso durch eventuelle Kinderzimmerzuchten entstehen, denn manchmal sind die Elterntiere Geschwister oder anderweitig verwandt.
Leider werden auch die Tiere meist zu jung ins Verkaufsgehege gesetzt und zu früh von der Mutter getrennt. Eine Trennung sollte erst mit der 8. Lebenswoche erfolgen, da sonst schwere Verdauungsfehler auftreten können, denn die Jungtiere fressen den Blinddarmkot der Mutter und bauen so erst eine gute Darmflora mit den entsprechenden Bakterien auf.
Beim TH und PS kannst du außerdem nachfragen ob was mit dem Kaninchen eventuell nicht stimmt und dann auch reagieren.
Man kann so auch bewusst Pflegetiere aufnehmen, die ein kleines Handicap haben ohne davon überrascht zu werden.
Wenn du gleich zwei Tiere haben willst kannst du dir auch die manchmal schwierige Zusammenführung sparen, weil sich die Tiere schon kennen und im TH/ der PS paarweise gehalten werden.
Wenn man sich für ein "erwachsenes Tier" entscheidet, ist ab dem 6. Lebensmonat das Pubertäts- und Flegelalter schon überstanden und man kann ihnen genüsslich beim Schmusen zuschauen.
Positiv ist auch, dass die Pflegestellen oder Betreuer im TH die Charaktere der Tiere genauer einschätzen können und man so eventuell seinem bisherigen Kaninchen den geeigneten Partner besser heraussuchen kann.
Zu guter Letzt tut man einfach den Tieren einen Gefallen und ein gutes Werk.
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Ich möchte noch mal betonen, dass nicht jede Zoohandlung schlecht ist, es gibt auch gewisse Ausnahmen, bei denen man sich nur an einen bestimmten Züchter hält, keine Unfallwürfe o.ä. angenommen werden und wo eine sehr gut Beratung stattfindet und sich das Geschäft insgesamt korrekt präsentiert.
Diese Zoohandlungen sind aber leider noch stark in der Minderheit und schwer zu finden.
Auf der anderen Seite gibt es aber auch schwarze Schafe unter den Tierheimen oder Pflegestellen, deshalb gilt es, sich immer ausreichend zu informieren und auch die Augen gut offen zu halten.
Man darf auch keine Furcht haben, mal Fragen zu stellen, um das Kaninchenwissen des Gegenübers zu testen.
Text von Nina und Zinra