Autor Thema: Argumente für Einzelhaltung und ihre Richtigstellung  (Gelesen 14930 mal)

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Offline Muckel

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Argumente für Einzelhaltung und ihre Richtigstellung
« am: Januar 09, 2011, 19:03:34 »
Nicht selten begegnen uns bei unserer Aufklärungsarbeit im Internet, sei es im Forum, oder vor allem in anderen Plattformen/sozialen Netzwerken, viele Kaninchenhalter, die meinen absolut schlüssige und gültige Argumente FÜR die Einzelhaltung ihrer Kaninchen zu haben.
Hier möchten wir solche sammeln und mit Argumenten und auch Bildern widerlegen.


(c) Cilli Siedl

Argument 1:

„Ich habe keinen Platz für 2 Kaninchen, in meiner Wohnung. Es wäre Quälerei zwei Kaninchen auf zu wenig Platz zu halten“

Richtigstellung:

Stimmt, es wäre Quälerei Kaninchen auf zu wenig Platz zu halten, aber ebenso ist es Quälerei, ein Kaninchen, welches nun mal ein Rudeltier ist, alleine zu halten.

Auch ein einzelnes Kaninchen hat einen ausgesprochenen Bewegungsdrang und wer diesen wirklich befriedigen kann, hat auch Platz für ein zweites Kaninchen.

Zwei Kaninchen benötigen 4m² dauerhaften Platz, mittels Gehegeelementen lässt sich dieser wohl in jeder Wohnung abtrennen.
Dass man in einen handelsüblichen Käfig keine zwei Kaninchen setzen kann, sollte jedem bewusst sein, aber auch für ein Kaninchen ist ein solcher zu klein.


Argument 2:

„Meinem Kaninchen geht es auch alleine gut. Es läuft uns hinterher und begrüßt uns sogar innig, wenn wir nach Hause kommen.“

Richtigstellung:

Natürlich sehen es die Tierhalter sicher gerne, wenn ein Kaninchen ihnen hinterherläuft und Spalier steht, sobald die Haustür aufgeht und der Mensch nach Hause kommt.
Dass dies leider meist nur ein ziemlich verzweifelter Versuch eines einsamen Kaninchens nach Nähe ist, wollen die wenigsten einsehen.

Ein Kaninchen, das alleine lebt ist einsam! Es sitzt viele Stunden am Tag alleine in seinem Käfig, bis der Mensch nach Hause kommt und sich mal eine halbe Stunde mit ihm beschäftigt.

So möchte kein Kaninchen leben!(c) Muckel

Kaninchen die einem auf Schritt und Tritt folgen suchen Nähe, Nähe, die ihnen nur ein Artgenosse geben sollte und kein Mensch.
Denn was ist mit dem Kaninchen nachts und während der Halter arbeiten ist und sich NICHT mit ihm beschäftigt? Kaninchen schlafen in der Zeit nicht oder beschäftigen sich mit sich selbst – sie sind einsam!


Argument 3:

„Ich versorge mein Kaninchen gut und liebevoll, es fehlt ihm an nichts“

Richtigstellung:

Wir wollen gar nicht bezweifeln, dass auch Einzelhalter ihre Tiere lieben und sie gut versorgen.

Dass es einem Kaninchen an nichts fehlt, nur weil es regelmäßig sauber gemacht und gefüttert wird und Auslauf bekommt, ist aber falsch.
Es fehlt dem Kaninchen an einem Partner, mit dem es kuscheln und sich putzen kann, mit dem es spielend und tobend durch den Auslauf rennen kann, mit dem es Futter teilen und sich auch mal um Futter streiten kann.


Gemeinsam Fressen macht am meisten Spaß!(c) Muckel


Gemeinsam den Garten erkunden. (c) Cilli Siedl

Eben all die Dinge die zum wichtigen Sozialleben eines Kaninchens dazu gehören, die KEIN Mensch ersetzen kann. . Wer lag denn schon mal stundenlang neben seinem Kaninchen und hat ihm den Kopf geleckt? Wahrscheinlich niemand, doch genau dieses Verhalten ist typisch für eine intakte Kaninchengruppe.


(c) Cilli Siedl


(c)Lilia
Argument 4:

„Ich habe kein Geld für ein zweites Kaninchen“

Richtigstellung:

Zwei Kaninchen kosten kaum mehr als ein Kaninchen. Die Kosten an Einrichtung und Einstreu bleiben gleich, lediglich der Futterverbrauch steigt an und Heu, sowie Gemüse gehört nun wirklich nicht zu einer teuren Versorgung.
Zudem ist zu bedenken, dass auch EIN Tier einmal krank werden kann und man für jedes Tier eine Rücklage haben sollte. Wer also denkt nicht genug Geld für zwei Kaninchen zu haben, sollte sich auch noch einmal gut überlegen, ob er im Krankheits- und Notfall selbst ein Kaninchen versorgen kann.

Argument 5:

„Ich möchte, dass mein Kaninchen so zahm bleibt wie es ist. Mit einem zweiten wird es weniger zahm“

Richtigstellung:

Es gibt immer Kaninchen die zahm werden, genauso wie solche, die es nie werden. Ein Kaninchen ist kein Kuscheltier, sondern ein Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen. Zu diesen Bedürfnissen gehört das Kuscheln mit einem Artgenossen, nicht das mit dem Menschen.

Häufig sind einzelne Kaninchen aus Verzweiflung und Suche nach Nähe sehr anhänglich und zahm. Was aber viele vergessen: ein einzelnes Kaninchen kann sein Verlangen nach Artgenossen auch anders zum Ausdruck bringen: Es wird häufig beobachtet, dass Kaninchen die über lange Zeit allein sind aggressiv werden, ihr „Kaninchenrevier“ bei Fütterung vor ihrem Menschen verteidigen (vor allem bei weiblichen Kaninchen) oder am Gitter nagen, bzw. andere stereotype Verhaltensweisen zeigen.

Die Gefahr, dass das Kaninchen also bald nicht mehr zahm ist, ist ebenso groß, wenn man das Kaninchen lange alleine lässt, denn Einzelhaltung ist für ein Tier höchst unbefriedigend und kann deshalb auch zu Aggressionen gegenüber dem Halter führen.
Auch entspricht es unseren Erfahrungen, dass ein Tier, das vor einer Vergesellschaftung zahm war, es auch danach bleibt. Das schöne ist nur, dass einen nach einer Vergesellschaftung eben zwei Tiere glücklich begrüßen, wenn man nach Hause kommt ;)


Auch der Mensch darf mit kuscheln. (c) Cilli Siedl


Von zwei Kaninchen geputzt werden ist doch viel schöner, als von einem. (c) Muckel

Argument 6:

„Mein Kaninchen verträgt sich nicht mit anderen Kaninchen. Es will gar keinen Partner“

Richtigstellung:

Dieses Argument bekommen wir recht häufig zu hören. Die Frage hierbei ist, woran der Halter fest machen möchte, dass sein Kaninchen sich nicht mit anderen versteht. Häufig liegt diese Vermutung nämlich nur an einer Fehlinterpretation völlig normalen und arttypischen Verhaltens eines Kaninchens.

Der häufigste Grund für diese Fehlannahme sind falsche Vergesellschaftungen oder Uninformiertheit des Halters vor einer Zusammenführung der Kaninchen.
Kaninchen als Rudeltiere leben in einer sehr strikten Rangordnung. Treffen Tiere also neu aufeinander, gilt es, diese Rangordnung auszufechten. Dies kann für den Menschen sehr brutal aussehen, ist aber für ein glückliches Zusammenleben der Kaninchen nötig.

Das Ausfechten des Ranges während einer Vergesellschaftung, oder auch allgemein im Gruppenleben kann folgendermaßen aussehen:
*die Kaninchen jagen sich, eventuell knurren sie sich dabei an
*die Kaninchen schnappen nacheinander und rupfen sich Fell aus
*massiver Fellflug während einer Jagerei (keine Sorge, dies heißt nicht, dass sich die Kaninchen zwangsläufig rupfen, Kaninchen haaren in Stresssituationen stark, sodass allein während des Rennens in einer Stresssituation Fell fliegen kann)
*die Kaninchen rammeln sich (dieses Rammeln gilt in dem Fall der Klärung der Rangordnung und ist NICHT sexuell orientiert, auch Weibchen und Kastraten rammeln, um ihren Rang klar zu machen)


Kampf während einer Vergesellschaftung. (c) Cilli Siedl


Wilde Jagerei während einer Zusammenführung. (c) Cilli Siedl

Keine Sorgen, all diese Verhaltensweisen sind völlig normal und legen sich, wenn die Rangordnung geklärt ist. Dies kann allerdings mitunter mehrere Wochen dauern.
Dieses Verhalten ist völlig natürlich und trägt dazu bei, dass die Kaninchen später glücklich gemeinsam leben können. Es ist KEIN Anzeichen dafür, dass die Kaninchen sich nicht mögen, oder ein Kaninchen keinen Partner will.
Auch bringen oft Halter das obige Argument an, obwohl sie noch nie versucht haben, ihr Kaninchen zu vergesellschaften. Ohne einen oder mehrere Versuche, kann man gar nicht beurteilen, ob ein Kaninchen mit anderen verträglich ist.

Oftmals werden sehr dominante Tiere in Einzelhaltung verbannt, eben weil sie sich anderen Kaninchen gegenüber sehr dominant und herrisch verhalten.
Dominanz ist kein Grund für Einzelhaltung! Hier trifft das Sprichtwort „Für jeden Topf gibt es einen Deckel“ zu.
Wichtig für eine gelungene Vergesellschaftung sind die Auswahl des richtigen Partners (Geschlecht, Charakter) und die richtige Durchführung. Alles Wichtige dazu findet man HIER


Die Streithähne von eben sind nun dicke Freunde. (c) Cilli Siedl


Und auch die kämpfenden Kaninchen haben nun ihren Platz in der Gruppe. (c) Cilli Siedl

Argument 7:

„Mein Kaninchen ist nicht allein, es hat doch einen Meerschweinchen als Partner“


Richtigstellung:

Immer noch werden heutzutage Kaninchen mit Meerschweinchen zusammen gehalten. Oftmals geht dies auch insofern „gut“, dass sich die Tiere nicht attackieren und eine Notgemeinschaft bilden. Einen Nutzen haben die Tiere von so einem artfremden Partner aber rein gar nicht.

Zum Beispiel können sich Kaninchen und Meerschweinchen überhaupt nicht verständigen, sie sprechen eine ganz andere Körpersprache, als auch Duftsprache. Bei Kaninchen ist das zusammen kuscheln zum Beispiel eine wichtige Pflege der Gemeinschaft, Meerschweinchen hingegen kuscheln normalerweise nicht. So kann es dazu kommen, dass ein Kaninchen ein Meerschweinchen zwangskuschelt, obwohl dieses es gar nicht will. Das Meerschweinchen wird vom Kaninchen unnötig bedrängt und das Kaninchen bekommt keine Kuscheleinheiten zurück – es profitiert also keiner.
Wie oben erwähnt klären Kaninchen ihren Rang durch rammeln. Man kann sich vorstellen, dass das rammeln eines Meerschweinchens, durch ein vielfach größeres und schwereres Kaninchen große Gefahren für das Meerschweinchen birgt.

Außerdem verfügen Meerschweinchen über eine recht ausgeprägte Lautsprache. Kaninchen kommunizieren fast lautlos, sie können sich also vom „Plappern“ des Mitbewohners gestresst fühlen und sowieso niemals darauf antworten.
Kaninchen und Meerschweinchen können in einem großen Gehege zusammen leben, aber nur unter den Voraussetzungen, dass jede Tierart mindestens einen artgleichen Partner hat, die Tiere genügend Platz haben sich auszuweichen und die Meerschweinchen einen Bereich haben, um sich zurückzuziehen, welchen die Kaninchen nicht betreten können.


Dies kann kein Meerschweinchen bieten. (c) Cilli Siedl


Auch dies geht nur mit einem Kaninchenpartner. (c)Lilia

Argument 8:

"Mein Kaninchen ist zu alt für einen Partner. Es was doch auch sein ganzes Leben allein"


Richtigstellung:

Traurig genug, wenn ein Kaninchen jahrelang allein leben musste. Umso mehr hat es verdient endlich noch kennen zu lernen, wie schön das Leben mit einem Partner ist.
Ein "zu alt" für einen Partner bzw. eine Vegesellschaftung gibt es nicht. Wichtig ist nur, den richtigen Partner auszuwählen, der sowohl charakterlich, als auch vom Alter zu dem Alttier passt.


Abschließend ein kleiner Vergleich:
Stellen Sie sich bitte einmal vor, Sie leben alleine in ihrer Einraumwohnung. Diese Wohnung dürfen sie selten verlassen, um entweder im Treppenhaus oder in einem abgezäunten Bereich im Garten „zu spielen“. Sie haben kein Internet, kein Telefon, keinen Fernseher und auch sonst keine Möglichkeit mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, bzw. andere Menschen zu sehen.
Zweimal am Tag kommt ein Affe vorbei und bringt ihnen etwas zu essen. Eventuell kuschelt und spielt er eine halbe Stunde mit Ihnen, ungeachtet davon, ob sie gerade vielleicht lieber schlafen würden.
Würde Ihnen so ein Leben ohne menschlichen Kontakt gefallen, auch wenn sie sauber und gut genährt sind?
Nein?
Wieso wollen Sie genau so ein Leben ihrem Kaninchen zumuten, welches ebenso sozialen Kontakt mit Artgenossen braucht, wie wir Menschen?




Wollen Sie all das Ihrem Kaninchen vorenthalten? (c)kuschelmaus87


Anmerkung für unsere User:

Ihr dürft gerne diesen Thread fortführen, indem ihr aussagekräftige Bilder gegen Einzelhaltung anfügt. Auch Erfahrungsberichte zum Thema von Einzelhaltung zur Gruppenhaltung wären schön.
Sollten auch noch weitere "Argumente" einfallen die in den Text eingefügt werden sollen, so schickt diese doch bitte per PN an Muckel oder Lilia, wir werden sie dann in obiger Form mit Richtigstellung einfügen.

Offline mist.ii

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Re: Argumente für Einzelhaltung und ihre Richtigstellung
« Antwort #1 am: Januar 09, 2011, 20:52:47 »
wow, ich bin wirklich beeindruckt was ihr beide [du und lilia!!] da auf die beine gestellt habt,
es ist wirklich toll geworden und ich denke, es werden noch einige user und gäste davon profitieren können!! :herzi:

zu meinen eigenen erfahrungen: ich habe als ich 13 geworden bin, habe ich ein kaninchen
geschenkt bekommen, da ich zu der zeit sehr introvertiert war und meine eltern dachten, dass ich dann
"nicht so alleine" wäre. der kleine kerl hieß laures löwenköpfchen und war zeit seines lebens ein
trauriges ninchen in einzelhaltung. er lebte in einem käfig, hatte ab und an auslauf und bekam,
natürlich, trockenfutter.
bei ihm konnte ich die typischen verhaltensweisen eines alleinlebenden nins beobachten:
käfignagen, absolute revierpräsenz - nicht nur in seinem käfig, in meinem ganzen zimmer,
knurren und brummen beim wasser- und futterwechsel und, und das war das schlimmste für
mich und sicher auch für ihn, er hat mich zweimal blutig gebissen, als ich in den käfig gegriffen habe!!
er ist nach fünf jahren an einer viralen lungenentzündung gestorben, zumindest war das die
ärztliche diagnose, ich würde jedoch nicht ausschließen, dass es die schiere einsamkeit
war, die sein immunsystem hat versagen lassen.  :weinen:

wenn ich heute drüber nachdenke, könnte ich wüten und heulen, fühle mich schuldig und mache
mir vorwürfe, denn ich hätte es bereits besser wissen können, besser wissen müssen!!
aber alles was ich jetzt noch tun kann, ist es heute besser machen, meinen kleinen nun zu
geben, was laures so lange verwährt geblieben ist: zweisamkeit, genügend platz zum toben,
spielen, haken schlagen und rennen, frisches und artgerechtes futter.

ich hoffe, dass ich in zukunft auch im zuge meiner arbeit vielen kindern, jugendlichen und
erwachsenen beibringen kann, dass kaninchen keine schmusetiere sind, die bedürfnislos
und ohne ansprüche sind, sondern ein gleichwertiges tier zu hund und katze darstellen und
zuwendung, verstand und verantwortung brauchen!!

eine trauriges mist.i :snief:

edit: cillis bilder sind traumhaft schön.. die pure lebensfreude!! :liebe3:


Besonders hippe Krokodile tragen Polohemden mit eingestickten Schnöseln.

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Re: Argumente für Einzelhaltung und ihre Richtigstellung
« Antwort #1 am: Januar 09, 2011, 20:52:47 »

Offline Siena_Dyne

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Re: Argumente für Einzelhaltung und ihre Richtigstellung
« Antwort #2 am: Januar 09, 2011, 22:18:01 »
Zu dem Argument "zahm bleiben" habe ich ein sehr gutes Beispiel hier bei mir sitzen.

Ich habe Shadow sein erstes Lebensjahr auch alleine gehalten. Durfte einfach kein zweites haben, habe mich aber einfach über meine Eltern gestellt und ein zweites besorgt.
Ich hatte auch Angst das Shadow nun nicht mehr so zutraulich ist, sich nicht mehr zu mir legt, mich nicht mehr abschlabbert...
aber ganz im gegenteil.. ich habe das Gefühl er ist seitdem noch viel zahmer und zutraulicher geworden als vorher.
Er folgt mir immer noch fast überall hin, sobald ich auf dem Boden sitze, sitzt er auf meinem Schoß!
Und seine tägliche Portion Menschenkuscheln holt er sich auch immer noch ab.

Und ich liebe es genauso sehr meine beiden Süßen zusammen kuscheln zu sehen :)
Selbst meine Mutter kommt hin und wieder zu mir (falls ich mal nicht in meinem Zimmer sein sollte) und quitscht mich mit einem "schau mal wie süße die kuscheln" an ;)

Kämpfer für die richtige Portion Möhren sind nun; SpecialAgent Light und Sergeant Spot.

SuperShadow kämpft nun im Regenbogenland für die richtige Portion!

http://www.derwesten.de/nrz/Sein-Name-war-Bond-id810311.html

Offline primel

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Re: Argumente für Einzelhaltung und ihre Richtigstellung
« Antwort #3 am: Januar 10, 2011, 08:48:54 »
Mir fehlt ein wenig die sachliche Aufklärung zur Paar oder Gruppenhaltung.
Gerade was gleichgeschlichtliche Haltung angeht ist Vorsicht geboten.
Ebenfalls überlege ich ob wirkliche *Tierliebhaber* überhaupt Kaninchen halten sollen,
wenn eine Grundvoraussetzung für das Miteinander oft auf eine Kastration hinausläuft.

Ich weiß das dieses Thema nicht in diese Richtung laufen soll,
aber da ich selber Gruppenhaltung betreibe sehe ich sehr deutlich das es in der Gruppe immer nur für ein Tier optimal läuft.
Die Lebenserwartung der Rangniederen sowie der Gesundheitszustand dieser Tiere sind defintiv herabgesetzt.

Häufige Komplikationen die vermehrt und häufig immer wieder aus privaten Haltungen auftreten,wie Kokis,EC,Trommelsucht,
sind mit Sicherhheit auch ein Indiz für einen hohen Stresslevel.

Wichtig finde ich das man bei dem Thema die Leichtigkeit rausnimmt.

Offline Muckel

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Re: Argumente für Einzelhaltung und ihre Richtigstellung
« Antwort #4 am: Januar 10, 2011, 09:35:19 »
Zitat
Wichtig für eine gelungene Vergesellschaftung sind die Auswahl des richtigen Partners (Geschlecht, Charakter) und die richtige Durchführung. Alles Wichtige dazu findet man HIER

Die gruppenzusammenstellung usw sprengt einfach den Rahmen und man kann ja alles wichtige im Forum nachlesen ;)
Hier geht es rein gegen Einzelhaltung

Zitat
Ebenfalls überlege ich ob wirkliche *Tierliebhaber* überhaupt Kaninchen halten sollen,
wenn eine Grundvoraussetzung für das Miteinander oft auf eine Kastration hinausläuft.
Tja Primel, vielleicht solltest du nochmal kurz überlegen, in was für einem Forum du dich aufhälst? Nämlich eines von Tierliebhabern, die hier alle kastrierte Tiere in Gruppen halten.

Deswegen ja, in diese Richtung sollte dieser Thread nicht gehen und wenn du die Grundansichten dieses Forums gerne bezweifeln möchtest, dann tue das nicht hier, denn für sowas haben wir uns diese Arbeit sicher nicht gemacht ;)

Ich denke du praktizierst einfach eine andere Art von Gruppenhaltung, als wir Tierliebhaber hier, die man nicht unbedingt miteinander vergleichen kann ;)

Wenn du das unbedingt als diskutierungswürdig ansiehst (allerdings OHNE das ganze in eine Richtung laufen zu lassen wie das zweite Zitat, denn für solche Diskussionen bist du hier falsch) kannst du mich gerne anschreiben und ich trenne das ab und man kann es gesondert diskutieren.

Offline Lilia

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Re: Argumente für Einzelhaltung und ihre Richtigstellung
« Antwort #5 am: Januar 10, 2011, 09:52:03 »
Mir fehlt ein wenig die sachliche Aufklärung zur Paar oder Gruppenhaltung.
Gerade was gleichgeschlichtliche Haltung angeht ist Vorsicht geboten.
[...]
Wichtig finde ich das man bei dem Thema die Leichtigkeit rausnimmt.


Die Zusammenstellung hier ist völlig beabsichtigt in einer gewissen Leichtigkeit geschrieben. Wie oben angemerkt, begegnet uns im Internet eine Vielzahl von Argumenten, warum das Kaninchen (und manchmal auch das Meerschweinchen) auf jeden Fall alleine leben soll. Diese Argumente haben wir gesammelt und versucht, möglichst ohne erhobenen Zeigefinger, zu widerlegen.
Würden wir hier sachlich und möglicherweise noch wissenschaftlich aufklären, wäre der ganze Thread nicht mehr zielführend. Die Erfahrung durften wir nämlich auch schon machen. Komme ich mit dem Argument, dass Kaninchen in freier Wildbahn in Gruppen leben usw. wird auf Durchzug geschaltet und alles mit Worten wie "die wurden aber extra dafür gezüchtet, dass sie als Haustier im Käfig klarkommen" beschönigt und die Diskussion ist beendet.
Tierschutz und Aufklärungsarbeit dazu funktioniert leider nicht immer sachlich :weissnich:

Ebenfalls überlege ich ob wirkliche *Tierliebhaber* überhaupt Kaninchen halten sollen, wenn eine Grundvoraussetzung für das Miteinander oft auf eine Kastration hinausläuft.


Weil Tierliebhaber ihrem Tier keine "unnötige" OP antun würden?
Ja, da gehen die Meinungen wohl auseinander... um Rammler in einer Gruppe halten zu können, aus der kein Nachwuchs entstehen soll und wo keiner den anderen totbeißt, ist eine Kastration nunmal in aller Regel nötig. Ich weiß, du hast da andere Erfahrungen gemacht, die ich dir hier auch nich absprechen will. Es ist nur so, dass wir so unglaublich oft von Fällen lesen, wo genau solche Dinge, wie oben beschrieben, passiert sind, weil der Rammler nicht kastriert war.
Eine Kastration ist kein großer Eingriff und die Gefahr, dass dabei etwas schief geht, ist verschwindend gering. Die Risiken sollte aber jeder "wirkliche *Tierliebhaber*" eingehen, wenn sein Tier nicht ein Leben lang einsam sein soll.

Ich weiß das dieses Thema nicht in diese Richtung laufen soll,
aber da ich selber Gruppenhaltung betreibe sehe ich sehr deutlich das es in der Gruppe immer nur für ein Tier optimal läuft.
Die Lebenserwartung der Rangniederen sowie der Gesundheitszustand dieser Tiere sind defintiv herabgesetzt.
Häufige Komplikationen die vermehrt und häufig immer wieder aus privaten Haltungen auftreten,wie Kokis,EC,Trommelsucht,
sind mit Sicherhheit auch ein Indiz für einen hohen Stresslevel.


Das finde ich einen sehr interessanten Einwand!
Du betreibst Gruppenhaltung bei deinen Liebhabertieren oder? Warum tust du das, wenn das Stresslevel dadurch so erhöht ist und sich Krankheiten leichter ausbreiten? Etwa nicht, weil dir das Gruppenleben artgerechter erscheint? Nicht, weil sich Krankheiten behandeln lassen, Einsamkeit aber nicht?

Welches Tier ist denn das einzige der Gruppe, für das es optimal läuft? Ich geh mal davon aus, dass das der Ranghöchste ist? Find ich sehr schade, denn das würde bedeuten, dass mein Frodo im Moment nicht besonders glücklich ist.
Ich denke, wirklich unglücklich ist ein Tier in seinem rangniederen Platz nur, wenn es sich eigentlich berufen fühlt, der Chef zu sein, den Platz aber einfach nicht erreicht. Und damit wären wir wieder beim Thema "richtiges Gechlecht & passender Charakter".

Offline Zinra

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Re: Argumente für Einzelhaltung und ihre Richtigstellung
« Antwort #6 am: Januar 10, 2011, 16:00:00 »
Danke an euch beide Lilia und Muckel :knull: :knutscha: :blumen:
Sowas hatte hier immer irgendwie gefehlt!



Wer weitere Argumente gegen Einzelhaltung hat, darf sie hier gern posten ^^

mit fröhlichen Grüßen,
 Zinra
:ui:

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Offline Babsi

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Re: Argumente für Einzelhaltung und ihre Richtigstellung
« Antwort #7 am: Januar 11, 2011, 08:02:27 »
Ich muß sagen, daß ich das Thema echt super finde. Jetzt muß man nur noch schauen, daß das noch mehr Kaninchenhalter erreicht. Denn fast alle hier im Forum haben ja gelernt, ihre Nins zu verstehen (oft sogar durch diesen Forum).

Ich habe auch noch Erfahrungen sammeln können.
Meine Lena hatte ich auch ein Jahr lang allein. Zu Beginn lebte sie noch im Käfig. Ich wußte es nicht besser.
Jetzt hat sie Meddox bekommen und sie haben ausreichend Platz.
Vor einer Weile ist Lena einseitig erblindet und ich muß immer wieder feststellen, daß Meddox Lena hilft. Er unterstützt sie bei der Orientierung und überhaupt mit der Erblindung zu leben. Ähnlich wird es sicherlich auch bei anderen Krankheiten oder Behinderungen sein. Ich bin sooo froh, daß ich Meddox dazugeholt habe.
Mein Freund hatte als Kind auch ein Kaninchen in Einzelhaltung. Als dieses erblindet ist, ist es eingegangen. Ich denke, weil es keinen Partner zur Unterstützung hatte.

Offline polly

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Re: Argumente für Einzelhaltung und ihre Richtigstellung
« Antwort #8 am: Januar 11, 2011, 12:11:53 »
Wenn dieses beliebte "ich bin doch sein Freund und es freut sich immer so, wenn ich komme" Argument kommt, erzähle ich die Geschichte gerne anders herum.
Wenn ein Mensch in dieser Situation ist, können es die meisten Halter besser nachvollziehen.
Dann erzähle ich eine Geschichte von einem Kind, das keine Familie, keine Freunde und keinen Menschen auf der Welt hatte, und deshalb versucht, Anschluss an eine Gruppe Vögel zu finden. Sie sitzen gemeinsam auf der Wiese und suchen Körner, das Kind freut sich immer, wenn die Vögel kommen, aber wenn die Vögel wieder wegfliegen, ist es wieder allein und muss warten, bis die Tiere am nächsten Tag zurückkehren.
Zu den Menschen darf es aber nicht gehen, weil die Vögel dagegen sind, denn die Anwesenheit des Kindes schützt sie vor Raubtieren.

Das finden viele Halter dann doch traurig und sind eher bereit, die Lage des Kaninchens mit anderen Augen zu sehen.
Das kann zwar dauern, aber ein Ansatz ist oft da.

Offline gänseblümchen79

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Re: Argumente für Einzelhaltung und ihre Richtigstellung
« Antwort #9 am: Januar 11, 2011, 18:27:57 »
Ronja war 2,5 Jahre alt, als sie zu mir kam. Sie kannte keine Kaninchen.
Tristan war schon so 3,5 Jahre. Er ist ein sehr ruhiger, lieber Kaninchenmann, der vorher eine schlagkräftige Frau hatte, wenn ihr was nicht passte......

Bei der VG:
Ronja erst mal: Hilfe was ist denn das Graue........... Mama rette mich.
Tristan: na schön schlaf ich erst noch mal eine Runde, vielleicht mag sie ja dann..........

Ronja packt die neugier, dann wieder die Angst............

Jetzt sind beiden ein super süsses Paar, andauernd im Doppelpack zu sehen.
Ronja und Tristan sind zwar leider nicht mehr so anhänglich......... aber dafür sind sie glücklich
Ronja hat jetzt einen Partner
und Tristan, eine liebvolle Partnerin............ naja machmal ist sie zwar ein Flummie..........aber sie lernt bei Tristan gerade die Ruhe........


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